Julika Sandt

SANDT: Zum Muttertag nicht den Geldhahn abdrehen

Pressemitteilung

Ab dem 11. Mai könnte für Eltern in Bayern, die ihre Kinder derzeit zu Hause betreuen müssen, der komplette Lohn wegbrechen. Hintergrund: Laut Infektionsschutzgesetz bekommen Eltern, die aufgrund geschlossener Kitas und Schulen ihrer Arbeit nicht nachkommen können, weiterhin ihren Lohn. Der wird dem Arbeitgeber vom Staat ersetzt. Diese Regelung gilt nicht für Schließzeiten während der Schulferien und ist auf sechs Wochen begrenzt. Dazu die stellvertretende Fraktionsvorsitzende und sozialpolitische Sprecherin der FDP im Bayerischen Landtag Julika Sandt:

"Es ist nicht hinnehmbar, dass vielen Eltern nach dem Muttertag der Geldhahn abgedreht wird. Ich fordere die bayerische Staatsregierung auf, sich auf Bundesebene für die Lohnfortzahlung der betroffenen Eltern einzusetzen. Das gilt umso mehr, nachdem die selbsternannte bayerische 'Familienkoalition' aus CSU und Freien Wählern auch am Dienstag dieser Woche offengelassen hat, wann alle Kinder wieder ihre Kindertagesstätte besuchen dürfen. Jedenfalls muss sich die Hälfte der Kinder bis irgendwann zwischen Pfingsten und dem Sankt-Nimmerleinstag gedulden.

Fakt ist: In den meisten Familien sind es die Mütter, die zur Erziehung der Kinder auf Einkommen und Rente verzichten. So bleibt die bittere Erkenntnis, dass man nur für ein paar Monate die Kitas schließen muss, um Frauen zurück an den Herd und in die wirtschaftliche Abhängigkeit zu drängen.

Eine Regelung zur Lohnfortzahlung wäre übrigens nicht nötig gewesen, wenn die bayerische Staatsregierung unseren Stufenplan zur Öffnung der Kindertagesstätten umgesetzt hätte. Durch die Aufstockung der räumlichen und personellen Kapazitäten sowie die Anpassung des Hygieneplans hätten wir allen Familien einen sorgenlosen Muttertag beschert und jedem Kind zum 11. Mai die Kita-Rückkehr in verkleinerte Gruppen ermöglicht."